Strandgedanken Der Blog zum Magazin für Wilhelmshaven

A chinese lion statue

Strandgedanken – Gedanken die einem kommen, wenn man am Morgen noch halb verschlafen beim ersten Kaffee ist – Abends in der Wanne liegt – einfach mal abgeschaltet hat – oder tatsächlich am Strand sitzt. Gedanken die Fragen aufwerfen – Gedanken die Antworten bringen – Gedanken die Glück transportieren.

Strandgedanken, spiegelt in erster Linie meine persönlichen Gedanken um das was hier mit und in Wilhelmshaven passiert wieder. In den meisten Fällen ist meine erste, innerliche, Antwort auf diese Gedanken: „…es könnte so einfach sein!" Aber einfach nur denken - oder vielleicht schimpfen, hilft nicht! Ich möchte zu diesen „Wilhelmshaven Themen“ zur Diskussion anregen! Vielleicht lassen sich ja so einige „Wilhelmshavener Fehlermeldungen“ vermeiden.

Aber keine Angst – ich will in diesem Blog nicht die Welt erklären! Einfach nur meine persönlichen Gedanken zum Leben mit und in Wilhelmshaven teilen. Und dass das Leben hier auch seine schönen und lustigen Momente hat, wird mir jeden Tag aufs Neue vor Augen geführt!

„Ich freue mich auf Ihren Besuch und Ihre Kommentare zu den Strandgedanken.

Helmut Havelka

Wegen Reichtum geschlossen

Helmut 25. Juli 2010

Wilhelmshaven

und „das größte Labskaus-Essen der Welt“

Perfektes Wetter und fröhliche motivierte Mitarbeiter/innen an den Ständen die mit viel Engagement der beteiligten Restaurants und der Marine aufgestellt und betrieben wurden. Besucherscharen haben am Samstag den Weg in die City Wilhelmshavens gefunden um an der 10. Ausgabe des „größten Labskaus-Essen der Welt“ teilzunehmen. Trotz guter Stimmung, einer mit Besuchern sehr gut gefüllten City und dem zweitbesten Ergebnis (10.612 Portionen) seit dem Rekordjahr 2005, verließen viele irritiert und enttäuscht die City. Was war passiert?

Dies laut Pressemitteilung „Groß-Ereignis“ und „High-Light“ erfüllte bei weitem nicht die Erwartungen die man im Vorfeld geweckt hatte. Statt der angekündigten 13 Labskaus-Stände waren lediglich 8 zu finden – von diesen „verschwanden“ grade 5 Stände auf der gesamten Strecke der Marktstraße zwischen Virchow Straße und Mitscherlich Straße im Trubel. Das Geschehen konzentrierte sich auf der Rambla und in der Nordseepassage. Und bis auf den Stand in der Nordseepassage waren alle Stände (quasi vor dem Endspurt) bereits vor 17 Uhr und somit weit vor dem offiziellen Ende abgebaut.

Auch hätte man annehmen können dass die Geschäfte der City die Gelegenheit genutzt hätten, der Kundschaft etwas zu bieten. Aber lediglich ein Rasierer-Fachgeschäft und eine Bank nutzten die Gelegenheit die Besucher anzusprechen.

Im Vorfeld der Veranstaltung war ich an der Anfrage eines Vereins beteiligt der einen eigenen Labskaus-Stand (inkl. Fachpersonal und Unterstützung eines angesehenen Restaurants) beisteuern wollte. Mit dem Filialleiter eines Mobilfunk Shops war die Platzierung vor dem Geschäft abgesprochen und genehmigt. Leider wurde dies Engagement schnell und äußerst Vehement vom City Interessen Verein gestoppt. „Die Geschäfte hätten an diesem Tag sowieso keinen Einfluss ob in ihrem Bereich ein Stand stehen dürfe. Außerdem seihe man voll belegt und hätte keinen Platz mehr zu vergeben.“ Nach dann erfolgter Rücksprache mit Herrn Raster, freute dieser sich wenigstens über das Engagement, verwies aber auch auf die „volle Belegung und bei dem Wunschstandort auf eine mögliche Kollision mit einem weiteren Stand“. Er machte jedoch den Vorschlag den Verein im nächsten Jahr gerne zu berücksichtigen. Von dem „weiteren Stand“ war am Samstag übrigens weit und breit nichts zu sehen.

Bei dieser Vorgeschichte und den Presseankündigungen musste man als Besucher davon ausgehen, das sich in der Wilhelmshavener City man Samstag Labskaus-Stand an Labskaus-Stand reihen und die gesamte City eine Festmeile ist. Warum war es dann nicht einmal annähernd so?

Bei mir entsteht leider immer mehr der Eindruck man will garkeinen neuen Rekord, keine für die Besucher attraktive City, und man will keine Kunden!

Der Valois- und Hagen-Platz

Helmut 1. Juli 2010

Ihre Ideen sind gefragt.

Der Valois-Platz und der Hagen-Platz sollen eine neue attraktive Verbindung zwischen Innenstadt und Jadeallee werden.

Jetzt haben Sie die Möglichkeit mitzubestimmen und Vorschläge zu machen, wie diese Orte Anziehungspunkte für Anwohner und Gäste werden, auf die wir Wilhelmshavener stolz sein können. Welche Veranstaltungen sollten dort stattfinden? Wie können wir diese Plätze so gestalten, dass sie zu echten Wohlfühlorten werden?

Ihre Ideen werden von den Strandgut-Lesern bewertet und der Stadt zur Entscheidung vorgelegt. Die Strandgut-Redaktion und Wilhelmshaven sind gespannt auf originelle, kreative, witzige und umsetzbare Ideen.

Strandgut Clothing hat uns 5 T-Shirts Ich will ans Meer zur Verfügung gestellt, die wir unter den Ideen-Einsendern bis zum 31. Juli 2010 verlosen.

Also zögern Sie nicht lange und schreiben Sie Ihre Vorschläge in das Kommentarfeld!

1. Vorschlag von Inger:

Hallo,
für den Sommer fände ich es gut, wenn man aus dem Valoisplatz eine Art
Stadtstrand gestalten würde. Viele Besucher könnten in der Mittagspause
oder einfach nur zum entspannen vorbeikommen, zB wenn es am Strand zu
windig ist. Außerdem war das Beachvolleyballfeld im letzten Jahr
wirklich toll und könnte dort integriert werden. Ich finde es wirklich
schade, dass der Platz so verkommt und nur von alten besoffenen Männern
genutzt wird.
MfG
Inger

Umdenken in Wilhelmshaven?

Helmut 5. Mai 2010

Heute Morgen musste ich an die vielen Gespräche denken, die ich in den letzten Wochen geführt habe. Eins haben mir diese Gespräche gezeigt: die Wilhelmshavener haben Ideen! Und sie freuen sich über Ideen die ihre Stadt betreffen. Andererseits kennen alle (und ärgern sich darüber) die verschiedenen Wilhelmshaven Phänomene wie: „Schlechtreden“, „dem anderen die Butter auf dem Brot nicht gönnen“ und „Desinteresse und Ignoranz“. Meister dieser Phänomene schaffen es immer wieder, Vorhaben die gut für Wilhelmshaven sein könnten zu torpedieren und für ratloses Kopfschütteln zu sorgen. Konkurrenzdenken ist ja durchaus Gesund, wird aber, wenn man sich unlauterer Mitteln bedient, zum (im besten Fall) massiven Ärgernis und sollten so nicht hingenommen werden.

Doch in Wilhelmshaven scheint Bewegung zu kommen. Wie um zu zeigen, dass Wilhelmshaven nicht nur der JadeWeserPort ist, wird an vielen Stellen gebaut, neue Geschäfte oder Lokale kommen und es wird nachgedacht! Wirtschaft kann eben nur funktionieren, wenn sie auf einer breiten Basis steht und Ideen und Mitbewerber zulässt. Ideen gibt es viele – jetzt liegt es einfach an der Informations-,  Kommunikations- und Kooperationspolitik aller Beteiligten, Wilhelmshaven in eine Zukunft zu führen, die uns wegbringt von Negativschlagzeilen und Lethargie. Mitmachen statt Schlechtreden oder Nichtstun ist angesagt. Tourismus, kleinere Unternehmen und nicht zuletzt die Attraktivität der Stadt für seine Bürger und Besucher müssen gestärkt werden. Wie war noch der Spruch der die ganze Welt begeisterte? Yes we can!

Also – in diesem Sinne. Meinung sagen, anpacken und aus Wilhelmshaven das machen was es sein kann. Ein Ort zum Wohlfühlen, ohne Neider und Ignoranten!

Verkaufsoffener Sonntag. Erfolg garantiert?

Helmut 29. März 2010

“Frühlingserwachen” war als Motto der Wilhelmshavener City für den gestrigen Sonntag angekündigt. Fünf Stunden entspanntes Einkaufen im milden Frühlingsklima war angesagt. Leider hatte der Wettergott kein rechtes Einsehen zu diesem Wunsch der Kaufleute. Trotzdem tummelten sich viele wetterfeste Menschen am Nachmittag in der Marktstraße. Das aus …dem “Verkaufssonntag” eher ein “Gucksonntag” wurde, hatte meiner Meinung nach einen triftigen Grund. Scheinbar hatte man sich in der Vorbereitung von den Schönwetterphasen hinreißen lassen und außer die Geschäfte zu öffnen, keine weiteren Aktionen für die potenziellen Käufer bereit. Das „Warum?“ schwirrte mir gestern Abend und heute Morgen durch den Kopf. Ich finde es einfach Schade dass aus den vorhandenen Möglichkeiten nichts gemacht wurde!

Die Bereitschaft der Kunden, auch bei schlechtem Wetter die Innenstadt zu besuchen ist da und sie möchten einen schönen Nachmittag erleben. Leider wird ihnen aber nichts geboten. Da wird ständig über die Geschäftsschließungen und die notwendige Attraktivitätssteigerung der Innenstadt gesprochen, aber getan wird nichts. Die Verkaufsoffenen Sonntage sind doch ein hart erkämpftes Recht des Handels und ein perfektes Umfeld, Kunden an eine Stadt bzw. Einkaufszone zu binden.

In Wilhelmshaven, speziell in der Marktstraße, scheint man zudem die sogenannten „Kundenstopper“ als Allheilmittel erkoren zu haben. Diese Aufsteller sind hier teilweise in so einer hohen Dichte zu finden, dass sie, statt den Kunden ins Geschäft zu locken, eher den Weg ins Geschäft versperren. Immer wieder passiert es, dass man auf dem Weg durch die Marktstraße mit einem dieser Aufsteller kollidiert, hat man den Blick einmal zur Seite gerichtet. Ein attraktiv gestaltetes Schaufenster, das jedes Geschäft hier hat, könnte sicher mehr Kundenaufmerksamkeit auf sich ziehen. Wo ist die Kunst des Schaufensterdekorierens geblieben?

Aktionen, mit denen man die Besucher zu Anlässen wie einem Verkaufsoffenen Sonntag unterhält würde ich mir wünschen. Es muss ja nichts Großes sein. Aber die Menschen sollten zuhause sagen können „das war ein schöner Tag – und eingekauft haben wir auch noch…“

Weihnachten am Meer

Helmut 6. März 2010

Ostern steht zwar vor der Tür und es sind noch 8 Monate bis zur Weihnachtsmarktzeit…! Doch eine Veranstaltung wie der Weihnachtsmarkt braucht eine angemessene Vorbereitungszeit und so wie es aussieht, unsere Ideen. Ich möchte meine Möglichkeiten einsetzen und, zusammen mit Ihren Ideen und Vorschlägen, dazu beitragen das sich der Weihnachtsmarkt in Wilhelmshaven zu einem “echten” maritimen Weihnachterlebnis entwickelt.

Was hat Ihnen am Weihnachtsmarkt 2009 gefallen und was hat Ihnen nicht gefallen? Was würden Sie gern auf dem Weihnachtsmarkt sehen? Schreiben sie Ihre Ideen, Vorschläge und Anmerkungen!

Die Südzentrale – Chance zu einer neuen Attraktion?

Helmut 6. März 2010

Trotz bestehender Konzepte tut sich seit vielen Jahren nichts mit der Südzentrale.

Kann Wilhelmshavens Zukunft im Bereich Touristik, mit der Südzentrale als touristische Attraktion für Kultur, Freizeit und Gastronomie gestärkt werden? Oder soll die Südzentrale abgerissen werden?

Foto: Alexander Fünfstück

“Abriß oder Neunutzung werden darüber entscheiden, wie Wilhelmshaven mit sich selbst und seiner Vergangenheit umgeht, und damit auch, wie zukunftsfähig die Stadt ist.”
Dieser Satz aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Oktober 2002 hat heute mehr Bedeutung denn je. Gemeint ist die bis zum heutigen Tage zerfallende Ruine Südzentrale.
Einerseits schafft es die Stadt zukunftsfähige Großprojekte in Wilhelmshaven anzusiedeln, andererseits gehen immer mehr touristische Attraktionen, welche die hiesige Wirtschaft ankurbeln, verloren bzw. werden nicht erkannt.
Im Fall der Südzentrale an der Kaiser Wilhelm Brücke hat die Stadt einen Rohdiamanten in der Schatulle, den es zu Schleifen gilt.
Welch glanzvoller Augenschmaus aus dem jetzigen Schandfleck entstehen könnte haben bereits die Architekten André Winter, Corinna Janssen, Hannes Griesemann und Bettina Brosowsky vor Jahren präsentiert und in ihrem Katalog aufgezeigt.
Neben dem Kernstück, der auf einem BDA-Workshop (Bund deutscher Architekten) 2004 erarbeiteten Gestaltungsmöglichkeiten, bildet die ausgearbeitete Kalkulation eine reichhaltige Grundlage um die Südzentrale bei entsprechenden Investoren interessant zu machen.

Können unsere Stadtväter ihrem Entscheidungslabyrinth entkommen und das erkennen was die “FAZ” bereits 2002 erkannt hatte? Die Südzentrale bietet zum einen die Möglichkeit, Wilhelmshavens Vergangenheit mit der Erhaltung des Baudenkmals zu dokumentieren, zum anderen könnte mit der Integrierung eines Museums die Stadtgeschichte innerhalb historischer Mauern erzählt werden. Für Wilhelmshavens Zukunft im Bereich Touristik, Kultur, Freizeit und Gastronomie gilt es also die Weichen zu stellen. Wohin die Reise gehen soll werden wir hoffentlich in naher Zukunft sehen! Oder müssen erst wieder Jahre vergehen ehe Wilhelmshavens Spitze durch eine große Tageszeitung angeregt wird, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen?

Welcher Geschäftsmann würde bei diesem Standort, einem schlüssigen Konzept und einer zeitlos restaurierten Südzentrale nicht darüber nachdenken, hier eine zukunftsorientierte Investition zu tätigen?

Hintergrund

1908 wurde die Südzentrale als Kraftwerk für die Marinewerft von Fritz Riekert geplant und
ein Jahr später erbaut.
Mit einer Leistung von über 11000 KW war sie das größte Kraftwerk seiner Zeit
Mit der Stilllegung des Kraftwerkes 1994 begann der Verfall zum heutigen Zustand

Vom Schwarzwaldmädel zu Avatar

Helmut 6. März 2010

Kinogeschichte in Wilhelmshaven

Zucken einige von uns bei dem Begriff „Kultur“ zusammen und denken an Frack und Abendkleid, bringen die wenigsten das Kino mit diesem Begriff in Verbindung. Doch wo Theater und Museen von einer begrenzten Anzahl von Besuchern angenommen werden, bietet das Kino Kultur für eine breite Öffentlichkeit. Wilhelmshaven macht da keine Ausnahme. Insbesondere in der Wiederaufbauzeit nach dem Krieg, bot das Kino kulturelle Entspannung vom harten Alltag. Ein Kinobesuch war etwas Besonderes. Man machte sich chic, ohne es mit Frack und Abendkleid auf die Spitze zu treiben, und gönnte sich etwas.

Wilhelmshaven war damals für die deutsche Filmindustrie sogar so interessant, dass 1950 mit dem Film Schwarzwaldmädel, unter Beteiligung der Hauptdarsteller Sonja Ziemann und Rudolf Prack (heute sicher mit Veronika Ferres und Til Schweiger zu vergleichen), die Wiedereröffnung des Capitol in der Parkstraße gefeiert wurde!

Die wechselvolle Geschichte der Kinolandschaft Wilhelmshavens, hatte 1957 mit neun Kinos, unter der Leitung von sechs Betreibern, und 5.104 Sitzplätzen ihren Höhepunkt erreicht. Namen wie „Apollo-Theater“ oder „Gloria-Theater“ lassen noch die Kulturzugehörigkeit erkennen.
Und die Familien Ruge und Lübbers, oder Namen wie Hermine Felke, Egon Grunewald, Wilhelm Matthes, Walter Steinmeyer und Wilhelm Tammen, waren als Betreiber untrennbar mit dem Begriff Kino verbunden.

Doch bereits mit dem Anfang der 60er Jahre begannen auch in Wilhelmshaven Schließungen, Übernahmen und Rückbauten. Der Negativtrend in der Kinolandschaft hinterließ seine Spuren. Und bis Mitte der 60er waren 5 Kinos von der Bildfläche verschwunden.
Willi Lübbers und sein Geschäftsführer Rolf Franzen, sowie Egon Grunewald waren mit ihren Kinos „Apollo-Theater“ und „Capitol“, bzw. „Regina-Lichtspiele“ und „Gloria-Theater“ die Überlebenden der Rezession. Die Gesamtzahl der Sitzplätze hatte sich auf 2.415 reduziert.

In den folgenden 20 Jahren hatte der Kampf um den Zuschauer und diverse Betreiberwechsel, zu immer neueren Umbauten, wie Schachtelkinos, Raucher-, Service und Verzehrkinos, Einrichtungen aus Sitzgruppen mit Rufanlage für Getränkebestellungen, bis zur Vorführung von Pornofilmen, zur völligen Umstrukturierung der Kinolandschaft geführt. Und die Ansiedelung des „Film-Zentrum am Rathaus“ Ende 1980 durch einen externen Betreiber, führte zum völligen Verlust der bisher gewachsenen Kinolandschaft.
Gab es gegen Ende des Jahres 1979 noch die drei Kinos „Apollo“, „Capitol“ und „Gloria“ mit Gesamt 1.047 Plätzen, hatte sich diese Zahl zehn Jahre später auf das neue „Film-Zentrum am Rathaus“ und das zwischenzeitlich als Programmkino wiedereröffnete „Apollo“ mit Gesamt 940 Plätzen reduziert.

Eine Alternative zum „Film-Zentrum“ hatten Ende 1982 die Braunschweiger Johanna Albrecht und Klaus Brencher mit dem „Apollo-Programmkino“ geschaffen. Das Programm sollte bunt gemischt sein und aus anspruchsvollen sowie unterhaltsamen Filmen bestehen. Im von der Stadt Wilhelmshaven bezuschussten „Kommunalen Kino“, konnten zu dem künstlerisch wertvolle Filme gezeigt werden, die nicht an einen finanziellen Erfolg gebunden waren.

Nach zwischenzeitlichem Betreiberwechsel und dem anschließenden Verlust der städtischen Förderung, starteten die Wilhelmshavener Michael Kundy und Diethelm Bosold Mitte 1987 einen Neuanfang des „Apollo“ mit anspruchsvollen und wertvollen Filmen. Um den Betrieb finanziell abzusichern, wurden allerdings auch Kassenschlager gezeigt. Die Weigerung vieler Verleiher, auf Grund hinterlassener Schulden des Vorbesitzers, Filme an das „Apollo“ zu geben, konnten die beiden neuen Betreiber zu Anfang nur mit Vorauszahlungen aufheben.
Der rege Zuspruch der Wilhelmshavener Bevölkerung war Lohn und die weitere Existenz dieses Kinos vorerst gesichert.

1991 renovierte das „Filmzentrum am Rathaus“ alle sechs Kinosäle, Foyer sowie die Außenfassade um eine freundliche Atmosphäre zu schaffen und dem Marktanforderungen gerecht zu werden. 1995 übernahm auch hier ein neuer, wieder externer, Betreiber die Leitung.

Mit den Bemühungen der Stadt im Rahmen der Sanierung der Bahnhofsumgebung ein Großkino anzusiedeln, und der positiv entschiedenen Bauvoranfrage der amerikanischen „United Cinemas International“ (UCI), zeichnete sich etwa zwei Jahre später der vorerst letzte Umbruch in der Kinolandschaft Wilhelmshavens ab. Nach einigen Verzögerungen und dem Ein- und Ausstieg verschiedener Bewerber, wurde der Bau letztendlich durch einen Kölner Investor und der „Hoyts Cinema Europe“, als Betreiber, umgesetzt.
Ende 1999 wurde dann das „Kinopolis“ Multiplex mit 9 Sälen und etwa 1.780 Plätzen eröffnet. Auf das „Filmzentrum am Rathaus“ hatte diese Eröffnung jedoch derart negative Auswirkungen, dass dort bereits ein Jahr später die letzte Vorstellung stattfand.

Die Zukunft seines „Apollo“ hatte Michael Kundy wohl positiver gesehen. Denn 1997 wagte er mit der Renovierung des Saals, und dem Einbau einer neuen „Dolby-Digitalton-Anlage“ eine umfangreiche Investition.
Basis hierfür war seine gute Programmgestaltung, die mit vielen Bundesfilmprogrammpreisen sowie dem Niedersächsischen Filmprogrammpreis honoriert wurde. Eine ggf. gefürchtete Verdrängung durch das „Kinopolis“ fand tatsächlich nicht statt.
Ab 2001 gingen die Geschäftsleitung der Multiplex-Gruppe und Kundy sogar gemeinsame Wege: Er übernahm, ausgestattet mit großer Entscheidungsfreiheit, die Theaterleitung des „Kinopolis“ und verlegte das Programmkino „Apollo“ ab September 2001 in einen Saal des Multiplex.

Nach zwischenzeitlich zwei neuen Betreibern und einem Namenswechsel,
ist das „Kinoplex“ seit September 2008 beim ursprünglichen Antragsteller, der UCI Gruppe angekommen.
Die Zukunftsplanung dieser Gruppe sieht für Wilhelmshaven, unter der Theaterleitung von Michael Kundy, vielversprechend aus. So ist mit 3D-Technik Kino der nächsten Generation bereits eingezogen. Liveübertragungen von Konzerten und Opernaufführungen könnten, neben dem Apollo Programmkino, einen besonderen Bogen zur Kultur spannen. Zusammen mit der Aufwertung des Gastronomiebereichs als hochwertiges Lounge Café, wird den Besuchern das geboten was Kino ausmacht: ein besonders Kulturerlebnis!

Shania „Willkommen kleiner Mensch, auf unserer Welt!”

Helmut 6. März 2010

Sicher, bin ich etwas Befangen – aber Du bist das hübscheste Baby das ich jemals gesehen habe! Deine Finger – so zart und lang, deine Lippen – so fein gezeichnet, dein Gesicht – so… ich kann es nicht beschreiben. Diese Bewegung in deinem Gesicht – wie du die Nase kräuselst und gähnst. Diese Friedlichkeit… Ich wünsche Dir eine spannende, erlebnisreiche, und glückliche Zukunft!“

Diese Zeilen habe ich Ende 2008 nach der Geburt der Tochter meiner besten Freundin geschrieben. Sie waren der Beginn einer Reihe von Momentbeschreibungen, von denen ich mir vorgenommen habe, sie so lange wie Möglich zu schreiben. Es wird gesagt „Kinder verändern alles“. „Stimmt“ kann ich da nur mit voller Überzeugung sagen. Und deshalb möchte ich in Zukunft Auszüge dieser Momentbeschreibungen und meiner Gedanken dazu, hier in loser Folge in Zeitrafferform veröffentlichen. Warum? Sicher als Omage an dieses Kind, und an unsere Zukunft. Denn der Umgang mit Kindern ist einer der besten Wege unsere Zukunft zu beeinflussen.

Übrigens, „dieses Kind“ hört auf den Namen „Shania“, ist mittlerweile 14 Monate alt und die herrlichste Motivation meines Lebens.

Reizüberflutung

Helmut 6. März 2010

Wilhelmshaven lebt!
Mein auf diesen Spruch, zugegeben sarkastischer Einwand, „aber wo?“, löst meist von Gelächter bis zu betretenem Schweigen, einiges an Reaktionen aus. Oft entsteht daraus auch ein hitziger Disput zum Freizeitangebot in Wilhelmshaven.

Natürlich fehlt uns der Genius Strand – und der Banter See wird auf absehbare Zeit, wenn Überhaupt, keinen wirklichen Freizeitwert bieten. Was mich aber immer wieder irritiert, ist die Tatsache dass viele Wilhelmshavener die Angebote die es trotzdem gibt, gar nicht kennen oder einfach nicht nutzen. Ich muss ja gestehen, dass ich mir für die Freizeit auch immer wieder das Eine oder Andere vornehme, um es dann doch nicht zu tun. OK, den Mittwochskonzerten am Pumpwerk hab ich mich 2009 verweigert. Ich steh nun mal nicht auf Double-Bands.

Eins habe ich aber aus allen Rückmeldungen, Einwänden etc. gelernt, viele Wilhelmshavener wissen erschreckend wenig über das Freizeitangebot in ihrer Stadt. Ist es wirklich so schlimm und ist hier wirklich nichts los? Oder verweigern wir uns nur Standhaft?
Wenn ich mir ansehe mit wie vielen Flyern, Plakaten, Broschüren, Pressemeldungen und Interneteinträgen für Veranstaltungen und Wilhelmshaven geworben wird, kann ich mir nur denken, dass es tatsächlich Verweigerung ist.

Aber warum? Meine persönliche Idee dazu?: Wir sind einfach Gefrustet von dem was hier „veranstaltet“ wird. Zum einen werden uns immer wieder liebgewonnene Freizeitplätze/-möglichkeiten genommen. Zum anderen wird versucht mit überzogenen Ankündigungen mittelmäßiges hochzujubeln (dies scheint leider eine sehr spezielle Wilhelmshavener Angewohnheit zu sein). Als zwei von vielen Beispielen, lassen sich „Großveranstaltungen“ wie das „Wochenende an der Jade“ und „Weihnachten am Meer“ anführen. So wird für ersteres, jährlich (auch für 2010) wieder, z.B. mit der Teilnahme von „über 80 Musikgruppen“ geworben (selbst wochenlang in der Berichterstattung der Presse). Als ich vor 2 Jahren das erste Mal darüber gestolpert bin, schoss mir spontan durch den Kopf „wie wollen die die den alle im Programm unterbringen?“. Naja, als dann das offizielle Programm auf dem Markt war, waren es, inklusiv Drehorgelmann, ca. 40 Gruppen.

Ich finde 40 Gruppen zu so einer Veranstaltung durchaus  beeindruckend. Und habe ziemlichen Respekt vor der organisatorischen Leistung die für diese  Veranstaltung geleistet wird. Also warum wurde (und wird) die Anzahl im Vorfeld so aufgeblasen? Wollte, oder will man von der Qualität der Zusammenstellung ablenken? Oder einfach Super dastehen, wenn schon der Fliegerdeich bei dieser Veranstaltung immer mehr zum Billigstklamottenbasar verkommt?

Was mir grad noch einfällt! Was hat bei einem Stadt- und Hafenfest an der Nordseeküste eigentlich ein Bayernzelt zu suchen? Ob bei einem bayrischen „Dorffest“ wohl Fischbrötchen verkauft werden?

Und unser Weihnachtmarkt „Weihnachten am Meer“ (welch irreführende Bezeichnung)? Der scheint sich zur unendlichen Geschichte des „Versuchens“ auszuwachsen.

Ich freue mich ja, dass sich der Weihnachtsmarkt mittlerweile aus seiner “Gefangenschaft” der Bauzaunabsperrungen befreien konnte. Was mich jedoch stört ist, das es scheinbar nicht 1 Weihnachtsmarkt, sondern quasi 3 sind: Weihnachtsmarkt Nordseepassage – Weihnachtsmarkt Valois Platz – Eislaufzelt Hagenplatz. Auf Flyern gemeinsam vertreten, wuselen sie dann doch für sich allein durch die Weihnachtszeit. Bereits ein bauliche oder durch Dekoration geschaffene Verbindung der 3 Veranstaltungsorte (was nur ein bisschen guten Willen bedarf) würde den Weihnachtsmarkt erheblich aufwerten.

Wir als Wilhelmshavener, unterliegen scheinbar der Reizüberflutung im doppelten Sinn. Einerseits blicken wir vor lauter Flyern, Plakaten, Broschüren, Pressemeldungen und Interneteinträgen gar nicht mehr durch. Andererseits sind wir wohl von den Mogelpackungen und der Lieblosigkeit mancher Ausführung Gereizt, die uns permanent untergejubelt werden.

Hallo Wilhelmshaven! Hallo Welt!

Redaktion 6. März 2010

Strandgedanken – Gedanken die einem kommen, wenn man am Morgen noch halb verschlafen ist – Abends in der Wanne liegt – einfach mal abgeschaltet hat – oder tatsächlich am Strand sitzt. Gedanken die Fragen aufwerfen – Gedanken die Antworten bringen – Gedanken die Glück transportieren.

Viele meiner Gedanken in diesen Situationen, drehen sich um das was hier mit und in Wilhelmshaven passiert. In den meisten Fällen ist meine erste, innerliche, Antwort auf diese Gedanken: „…es könnte so einfach sein!“ Speziell zu diesen „Wilhelmshaven Themen“ möchte ich zur Diskussion anregen! Vielleicht lassen sich ja einige „Fehlermeldungen“ vermeiden.

Aber keine Angst – ich will in diesem Blog nicht die Welt erklären! Einfach nur meine persönlichen Gedanken zum Leben mit und in Wilhelmshaven teilen. Und dass das Leben hier auch seine schönen und lustigen Momente hat, wird mir jeden Tag aufs Neue vor Augen geführt!